Koscherer Wein

Koscherer Wein unterscheidet sich von anderen Weinen dadurch, dass er den  jüdischen Speisevorschriften genügt. Das ist allerdings keine Kleinigkeit. Abgesehen von ihrer religiösen Bedeutung haben diese Vorschriften auch ganz profane und hoch erfreuliche Konsequenzen für die Weinqualität. Der aus dieser Perspektive wichtigste Grundsatz lautet schlicht:

In koschere Weine darf nichts hinein als das, was in der Traube war.

Das bedeutet, dass weder Zucker, Schwefel noch industrielle Zuchthefen hinzugefügt werden dürfen. Ein Rabbiner bürgt für die Einhaltung der folgenden einfachen, aber weit über alle staatlichen Richtlinien hinausgehenden Regeln:

Im Weinberg:
Der Rebstock darf erst im vierten Jahr abgeerntet werden. Jedes siebte Jahr wird ihm ein „Shabbatjahr“ zur Regenerierung gegönnt. Die letzten zwei Monate vor der Ernte darf der Wein nicht mehr organisch gedüngt werden.

Im Keller:
Der Wein wird nur aus dem, was in der Traube war, hergestellt. Alle weiteren Zusätze sind verboten. Zur Schönung des Weins wird ausschließlich Bentonit (natürlicher Farbstoff aus Mineralien) eingesetzt. Schläuche und Flaschen düfen nur ein einziges Mal verwendet werden. Zusätzlich gilt, dass jeder, der an der Weinherstellung beteiligt ist, den Shabbat heiligen muss und 1 % des Ertrages an die Armen spendet.

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